Rund 40 Millionen Deutsche leiden unter einer Sehschwäche, die mit einer Brille oder Kontaktlinsen korrigiert werden muss. Nur etwa ein Drittel der erwachsenen Bundesbürger benötigt keine Sehhilfe. Schnell kommt da die Frage aus, was modischer, praktischer und robuster ist. Eine Brille oder Kontaktlinsen?

Sind Kontaktlinsen beliebter?

Die persönlichen Meinungen der weit- oder kurzsichtigen Bürger gehen da sehr auseinander. Einige sehen die Brille als modisches Accessoire, das sie gerne und häufig tragen, andere entscheiden sich lieber für die eher unsichtbaren Kontaktlinsen. Je nach Persönlichkeit und Lebensweise, überwiegen die Vorteile der Brille oder die der Kontaktlinsen.

Vor- und Nachteile der Brille

Die Brille ist der Klassiker unter den Sehhilfen. Noch vor einigen Jahrzehnten galt es fast als Strafe, wenn jemand eine Brille tragen musste. Die Gestelle waren klobig, unvorteilhaft, schwer und störend. Dies ist in der heutigen Zeit nicht mehr so. Das Image der Brille hat sich sehr zum Positiven gewandelt. Nicht umsonst entwerfen immer mehr namhafte Designer Brillengestelle.

Die Vorteile:

– einfache Handhabung
– als modisches Accessoire einsetzbar
– einfache Reinigung

Die Nachteile:

– das Scharfsehen ist nur im zentralen Bereich des Brillenglases möglich, daher ist das periphere Sichtfeld getrübt und zumeist unscharf
– Brillengläser beschlagen schnell
. beim Sport kann eine Brille störend sein
– trotz hochwertiger Verarbeitung besteht Bruch- und somit eine Verletzungsgefahr

Vor- und Nachteile von Kontaktlinsen

Die frühen Varianten von Kontaktlinsen waren nicht nur sehr kostspielig, sondern auch nicht so komfortabel in der Anwendung, wie die neuen Modelle. Seit dem Jahr 1993 verdoppelte sich fast die Anzahl der Kontaktlinsenträger. Mittlerweile werden fast 3,4 Millionen Anwender verzeichnet. Einmal ins Auge gesetzt, lässt sie die Nutzer fast vergessen, dass eine Fehlsichtigkeit vorliegt. Selbst das periphere Sichtfeld erscheint klar und deutlich. Die Vorteile liegen daher auf der Hand.

Die Vorteile:

– Hornhautverkrümmungen können direkt durch die Verwendung von Kontaktlinsen ausgeglichen werden
– selbst starke Dioptrinwerte sind für den außenstehenden Betrachter nicht zu erkennen, dicke Brillengläser gehören der Vergangenheit an
– Kontaktlinsen können nicht beschlagen
– weder eine Brillenfassung noch die Brillengläser schränken das Gesichtsfeld ein
– das Verletzungsrisiko beim Sport ist bedeutend geringer

Die Nachteile:

– nicht jeder Nutzer besitzt das gleiche Geschick beim Einsetzen in das Auge
– Kontaktlinsen können schnell verloren gehen, wenn sie nicht fachgerecht gehandhabt werden
– wer beruflich viel mit Staub zu tun hat, kann Feinstaub unter die Kontaktlinsen bekommen
– die Reinigung ist aufwendiger als die Reinigung einer Brille

Worin besteht der Unterschied zwischen harten und weichen Kontaktlinsen?

Weiche Kontaktlinsen sind flexibel und passen sich dem Augapfel an, was harte Kontaktlinsen nicht können. Je härter die Kontaktlinsen sind, desto länger ist die Eingewöhnungsphase. Es kann sein, dass der Träger anfangs ein Fremdkörpergefühl im Auge hat. Dieses vergeht aber, wenn die Eingewöhnungsphase vorüber ist. Harte Kontaktlinsen sind genauso gut verträglich wie weiche, allerdings verfügen sie über eine längere Lebensdauer. Je nach Fehlsichtigkeit rät der Augenarzt entweder zu harten oder weichen Kontaktlinsen. Bei einer sehr starken Hornhautverkrümmung können weiche Kontaktlinsen ungeeignet sein, weil sie sich der Hornhaut zu sehr anpassen. Was für andere Kontaktlinsenträger ein Vorteil ist, ist für manche Fehlsichtigen ein Nachteil. Es sollte daher nicht nur das eigene Wohlgefühl bei der Auswahl an erster Stelle stehen, sondern auch die Empfehlung des Augenarztes.

Nicht wenige Kontaktlinsenträger fahren zweigleisig. Sie besitzen sowohl Kontaktlinsen, als auch eine Brille.